

Zur besseren Unterhaltung empfehle ich, dies nach dem Lesen von Für immer Asher zu lesen.
Asher und Maddox
Bonus-Epilog von Für immer Asher
Maddox
Anderthalb Jahre später
„Was ist das?”, fragte ich meinen wunderschönen Mann.
Ash legte einen großen braunen Briefumschlag vor mir auf den Tisch und schürzte die Lippen, während er mich ansah.
„Sind das etwa Scheidungspapiere? Du weißt aber schon, dass wir noch nicht einmal verheiratet sind, oder?“
Ash schnaubte, schwieg jedoch weiter.
„Ach nein, wovon rede ich nur? Das können keine Scheidungspapiere sein.“ Ich nahm den Umschlag in die Hand und runzelte die Augenbrauen. „Der ist zu schwer. So viel besitzen wir definitiv nicht. Andererseits weiß ich natürlich nicht, was du hinter meinem Rücken getrieben hast …“
„Ok, lass das mit den Scheidungswitzen, Maddox. Das ist nicht komisch“, sagte Ash und rollte die Augen. Ich wandte mich Biscuit zu, der uns beide mit heraushängender Zunge anstarrte.
„Oje, Biscuit. Wir werden gerade ausgeschimpft.“
„Ich schimpfe mit dir.“ Er tippte mir gegen die Brust. „Lass den Hund in Ruhe. Er benimmt sich gerade nicht wie ein Idiot.“
Ich legte meine Hand auf meine Brust, – eine Geste, die ich mir bei Hwan abgeguckt und bis zur Perfektion geübt hatte, wenn ich das selbst behaupten durfte – und keuchte laut.
„Deine Worte verletzen mich, Liebling.“
Ash war nicht belustigt. Er grinste nicht einmal, sondern sah finster drein.
„Mach einfach den verdammten Umschlag auf, Maddox Shepherd!“
Ich liebte es, wenn er so ernst und angepisst reagierte. Das passierte nicht oft, deswegen wirkte es noch sexier.
Der mürrische, gereizte Ash hatte einfach etwas an sich, das mich ansprach. Falls ich so weitermachte, lag vielleicht wütender Sex in greifbarer Nähe.
Ich drehte den Umschlag auf die falsche Seite und fing an, an den verklebten Rändern zu rupfen.
„Herrje, verdammt noch mal!” Nach nicht einmal zwei Sekunden riss Ash ihn mir aus den Händen und versuchte, die Schnur zum Öffnen zu lösen, aber sie verfing sich immer wieder, bis er das Ding schließlich aufriss.
Ka-ching!
Gleich ist es so weit. Wütender Sex!
„Bitte schön!”, sagte er und warf mir den offenen Umschlag zu.
Pergamentpapierstücke flogen durch die Küche und Biscuit jagte ihnen mit wedelndem Schwanz nach, nur um festzustellen, dass sie nicht essbar waren.
Ich sah mir den Stapel Papiere an, der in dem Umschlag versteckt war. Auf der obersten Seite stand in großen fetten Buchstaben „Sein ‚Glücklich bis ans Lebensende’“ und direkt darunter „von Ash J. Ford“.
„Oh“, stieß ich aus. „Was ist das?“
Ich las die erste Seite, auf der nur ein Satz in kleinen, kursiven Buchstaben stand.
Für Maddox, mein „Für immer“.
„Daran habe ich im vergangenen Jahr gearbeitet“, erwiderte er. „Ich habe ein Buch geschrieben. Unser Buch. Na ja, ansatzweise.“
Ich biss mir auf die Lippe, schluckte den Knoten in meinem Hals hinunter und nickte.
Seit wir uns beide in Mayberry Holm niedergelassen hatten, hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, einen neuen Lebensinhalt zu finden. Etwas anderes als Kellnern oder Verbrecher erschießen.
Das hatte ich mir auch für ihn gewünscht. Ich wollte, dass er eine Aufgabe in seinem Leben fand, bei der er sein Leben nicht riskieren musste. Er hatte Team 13 für mich verlassen, und ich hasste diese Last, die ich wegen seines Opfers trug. Ich hatte gehofft, er würde etwas Erfüllendes finden, um sich von diesem Verlust zu erholen.
„Ich habe unsere Geschichte als Fiktion niedergeschrieben und sie in einen stürmischen, überwältigenden Liebesroman verwandelt“, meinte er.
„Unsere Liebesgeschichte ist ja auch überwältigend.“ Ich sah ihn an.
„Weiß ich.“ Er lächelte und drückte meine Hand. „Na ja, vielleicht habe ich einige Szenen noch schmutziger geschrieben.“
„Kann man sie wirklich noch schmutziger schreiben?“ Dieses Mal starrte ich ihn nachdenklich an.
War unser Sexleben nicht reizvoll genug, um für jedes Buch auszureichen?
„Ach, halt den Mund. Du weißt genau, was ich damit sagen will.“ Ich seufzte als Antwort. „Also, was denkst du?“
Ich blätterte weiter und überflog den Text, während ich versuchte, mir meine Gefühle nicht anmerken zu lassen.
Endlich hat er es mir gesagt. Endlich hat er es mir gesagt.
Ich denke, es ist nur fair, dass ich es ihm auch sage.
„Das ist cool“, sagte ich so nonchalant wie möglich. Dann stand ich auf und hielt ihm meine Hand hin. „Willst du tanzen?“
Ash saß wie festgefroren auf seinem Stuhl und starrte mich an. Seine Aufregung löste sich schnell in Luft auf.
„Was?“, fragte er.
Ich wollte ihm das nicht antun, aber ich hoffte, dass er mir verzeihen würde, wenn ich ihn endlich einweihte.
„Komm schon. Tanz mit mir.” Ich zog ihn hoch und in meine Arme, während ich nach meinem Handy griff und meine Playlist durchging.
Biscuit ließ sich die Chance nicht entgegen und sprang auf seine Beine. Er versuchte, auch mitzumachen.
„Ich habe dir gerade erzählt, dass ich ein Buch über uns geschrieben habe und du willst zur Antwort tanzen? Und das auch noch ohne Musik?“, murmelte er gegen mein Schlüsselbein.
Ich brachte ihn zum Schweigen, drückte eine Hand auf seinen Hinterkopf und wiegte ihn ein paar Augenblicke lang hin und her, bis ich es endlich fand.
Ich drückte auf Play.
„Heath hatte gewisse Vorzüge. Er war stark. Er sah gut aus. Und er war sehr geschickt auf dem Schlachtfeld. Er konnte Menschen so leicht für sich gewinnen, dass er nur mit den Fingern schnippen musste, damit ganze Bataillone ihm in den Kampf um das Herz einer Frau folgten. Obwohl er, um fair zu sein, wahrscheinlich eher in die Hose der Frau wollte als in ihr Herz. Aber das ist ein Thema für eine andere Geschichte.
„Heath hatte gewisse Vorzüge, aber trotz all seiner Gaben hatte er einen Makel.
„Er konnte mich nicht sehen.“
Die ätherische, sanfte Stimme sprach laut und Ash erstarrte.
„W… was ist das?” Er zog sich zurück und starrte mich an.
„Wonach hört es sich denn an?“, grinste ich.
Er atmete tief ein.
Dann nahm er einen weiteren Atemzug.
„Das klingt so, als würde Hayden Rivers mein Buch vorlesen“, sagte er.
„Ding, ding, ding. Wir haben einen Gewinner.“ Ich kitzelte seine Nase, als sei sie eine Glocke, und kniff sanft hinein.
Ash schlug meine Hand weg und glitt aus meinen Armen.
„Wie … wie zur Hölle ist das möglich? Wie kann Hayden Rivers mein Buch lesen?“
Er schien gleichzeitig verärgert und schockiert zu sein, obwohl ich unter all diesen Gefühlen einen Hauch von Faszination erkennen konnte.
Ich tippte auf die Pausetaste, legte mein Handy zurück auf den Küchentisch und nahm beide Hände von Ash in meine.
„Ich muss dir etwas gestehen.“
Er runzelte seine Augenbrauen, aber stand weiterhin so still wie eine Statue.
„Ich war so neugierig, was du treibst, dass ich mich in deinen Laptop eingeloggt habe.“
„Was?!“, rief er.
„Okay, bevor du jetzt sauer wirst, lass mich dir sagen, dass ich die Geschichte einfach umwerfend finde. Du bist ein unglaublicher Autor und so verdammt talentiert. Ich wollte einfach etwas Nettes für dich tun, daher habe ich Rivers kontaktiert, ihm eine Nachricht geschickt und ihn dafür bezahlt, dein Buch vorzulesen, um dich zu überraschen.“
Das Ganze hatte wie eine supersüße, tolle Idee geklungen, während ich sein Buch gelesen hatte, wenn er bei der Arbeit gewesen war oder geschlafen hatte oder Haydens Audiodateien durchgegangen war. Aber jetzt, wo er mich so entsetzt anstarrte, fühlte ich mich schrecklich.
„Du hast es also schon gelesen?“, fragte er und langsam löste sich ein wenig seiner Anspannung. Ich nickte. „Und … du hast Hayden Rivers davon überzeugt … es vorzulesen.“
„Na ja, eher bezahlt als überzeugt – und er ist echt teuer, nur zur Info – aber Ja.“
„Oh. D… dafür hast du also dein Erspartes verwendet.“
Ich zuckte die Achseln.
„Soll man sein Erspartes nicht für etwas Gutes ausgeben?“
Ash runzelte die Stirn, aber ich konnte ein kleines Lächeln auf seinen Lippen sehen.
„Eigentlich nicht. Erspartes ist für Notfälle gedacht.“
„Das war ja auch einer. Ich wollte, dass mein Lieblingsmensch sich gut fühlt. Sofort! Aber ich habe es vermasselt, oder?“
Natürlich hatte ich es verbockt. Warum hatte ich das nicht durchdacht?
Offen gesagt, hatte ich aufhören wollen zu lesen, nachdem ich die Datei auf seinem Laptop gefunden hatte, aber nach jedem Kapitel las ich weiter, angezogen von der Geschichte, den Worten, der Tatsache, dass es Ash war, der sie schrieb und unsere Liebe in eine noch schönere Romanze verwandelte.
Und natürlich hatte es mich gefreut, dass einige der Tricks, die ich im Bett mit ihm anstellte, auch im Buch zu finden waren.
„Was? Nein!“ Ash senkte seine Stimme und legte seine Hand auf meine Wange.
„Oh doch. Lüg mich nicht an.“
Er atmete tief ein.
„Okay, ich gebe zu, dass es mir nicht gefällt, dass du den Mist gelesen hast, den ich vor meinem Lektorat geschrieben habe, aber deine Überraschung? Die ist umwerfend! Ich kann nicht glauben, dass du das für mich getan hast.“
Ich sah ihm in die Augen und spürte einen Schmerz in meiner Brust. Ein allzu vertrauter Schmerz, den ich fühlte, seit ich ihn zum ersten Mal wirklich gesehen hatte.
So wie Heath Xander sah.
Die Lektüre des Buchs meines Geliebten hatte mir bewusst gemacht, wie blind ich mein ganzes Leben lang gewesen war. Und auch, wie absolut richtig er für mich war. Wie perfekt wir füreinander waren.
„Ich würde alles für dich tun. Du hast mich gerettet, Ash. Du hast mein Leben gerettet, meinen Verstand und mein Herz. Ich schulde dir einfach alles.“
Ash schüttelte den Kopf und hob meine Hand an seine Lippen, um meine Knöchel zu küssen.
„Das warst du selbst, Liebling.“
„Nein, du. Du hast das geschafft. Wenn du nicht gewesen wärst, hätte ich mich verloren. Aber das habe ich nicht. Deinetwegen.“
Ash ließ meine Hände los, packte meinen Nacken und zog mich zu einem leidenschaftlichen, feuchten Kuss zu sich. Meine Knie wurden weich.
„Ich kann einfach nicht glauben, dass du Rivers dazu gebracht hast, mein Buch vorzulesen.“
Ich runzelte eine Augenbraue.
„Klar doch. Du weißt ja, was das heißt, oder?“
„Was denn?“, fragte er.
„Wir werden auf jeden Fall heute Abend miteinander schlafen, während wir deinem Buch zuhören. Genau so, wie Gott es wollte.“
Er lachte.
„Gott wollte, dass wir miteinander schlafen, während wir mein Buch hören?“
„Nein. Aber genau wie Haydens Stimme dafür gesorgt hat, dass ich dich sehe, werden seine Stimme und deine Geschichte uns einander noch näher bringen.“
Er schüttelte lachend den Kopf.
„Unsere Geschichte“, korrigierte er.
„Unsere Geschichte.“
Diesmal war ich es, der ihn in meine Arme zog. Dabei drückte ich auf Play und wir tanzten zu seinem Hörbuch in unserer Küche, während unser Hund aufgeregt hin und her sprang und jeden Teil, jede Sekunde unseres gemeinsamen Lebens genoss.
„Du weißt schon, wer sich mit dir treffen will, oder?“, fragte ich nach einem Moment.
„Wer denn?“
„Hayden. Unsere Geschichte und meine Überraschung haben ihn so berührt, dass er uns unbedingt kennenlernen will. Ich muss ihm nur sagen, dass du es mir erzählt hast.“
„Was?“ Ash schlug mir gegen die Brust und zog sich zurück. „Und das hast du mir noch nicht gesagt?“
„Ich sage es dir ja jetzt!“
„Trotzdem!“ Er schlug mich erneut. „Kommt er wirklich?“
Ich nickte.
„Wahrscheinlich können wir ihn nicht davon überzeugen, das Buch zu lesen, während wir uns in den Laken wälzen. Oder?“
Dieses Mal war sein Schlag fester. Ich hatte es verdient, aber hey, man konnte es ja mal versuchen.
„Du“, knurrte er in mein Ohr. „Wie kannst du nur so perfekt sein, hm?“
Ich drückte mich an ihn und seufzte.
„Das habe ich dir doch gesagt. Es liegt an dir. Du hast mich so gemacht.“
„Ach ja? Zu einem geilen, raffinierten Bastard?“
Dieses Mal verpasste ich ihm einen Klaps. Direkt auf seinen Arsch.
„Hm … Ich verstehe schon, warum du zu seiner Stimme Sex haben willst. Sie macht wirklich etwas mit einem, oder?“ Er stöhnte in mein Ohr. „Schlag mich noch einmal.“
Ich tat wie geheißen.
„Ja. Ja. Sie beschwört definitiv etwas herauf.“
Ich lachte.
„Ich kann weitermachen, damit wir das austesten können.“
„Ja. Ein intensiver Test ist notwendig.“
Meine andere Hand glitt zu seinem Arsch und drückte ihn, während ich seine Arschbacken so weit teilte, wie seine Jeans es zuließ.
„Sollen wir … ins Schlafzimmer gehen?“, murmelte er in mein Ohr.
„Ich weiß nicht. Ist schon lange her, seit ich dich auf der Küchentheke gefickt habe.“
Ashs Augen wurden groß. Er zog sich zurück, schob den Kram von der Küchentheke und sprang darauf.
„Nimm mich jetzt, Maddie. Fick mich genau hier, genau jetzt.“
Ich verschwendete keine Zeit, ihm die Kleider vom Leib zu reißen und mich an ihn zu pressen, wobei die Kühle der Marmorplatte uns beiden eine Gänsehaut bescherte.
„Heath war aus dem Stoff gemacht, aus dem alle Männer gemacht sein sollten. Abgesehen von seinen Makeln. Einer davon lag in der Tatsache, dass ich mich nach ihm verzehrte, seit ich ein kleiner Junge war, und er es nicht einmal bemerkte. Ich war mir jedoch ziemlich sicher, dass die Welt ein schönerer Ort wäre, wenn es mehr Männer wie Heath gäbe. Auf jeden Fall sicherer. Auf jeden Fall sexier“, sagte Hayden, während ich Ashs Beine spreizte und in ihn eindrang.
Ash stieß ein lautes Stöhnen aus, das ich bis in mein Innerstes spürte, und ich hielt inne und legte meine Hände auf seine Wangen.
„Ich kann übrigens nicht glauben, dass du mich Heath genannt hast!“, sagte ich, während ich mein Tempo beschleunigte und weiter und tiefer in ihn eindrang, bis ich bis zum Anschlag in ihm war.
„Soll ich das jetzt ändern? Okay, dann geh runter …“ Er versuchte, mich wegzuschieben. „Ich hole den Laptop.“
„Halt den Mund“, sagte ich. „Bleib genau da, wo du bist, und halt die Klappe.“
Er schürzte dramatisch die Lippen und zuckte zusammen, als ich wieder in ihn eindrang.
„Tu so, als seist du wütend auf mich. Schlag mich vielleicht noch mal.“
Er erfüllte meinen Wunsch und damit mehr als nur eine Fantasy.
„Gott, ich liebe dich“, flüsterte ich.
„Ich liebe dich auch, Heath“, erwiderte er, hob seinen Kopf und küsste mich so, wie er es immer tat.
Als ob unsere Leben davon abhingen.