

Zur besseren Unterhaltung empfehle ich, dies nach dem Lesen von Ein wunderschönes Paar zu lesen.
Beau und Gordon
Bonus-Epilog von Ein wunderschönes Paar
Ein Jahr später
„Diesen“, sage ich und deute darauf.
„Sind Sie sicher?“, fragt der Gentleman und sieht mich über den Rand seiner Brille hinweg an.
Es gefällt mir nicht, dass er mich hinterfragt. Ich weiß, was Beau gefällt. Ich kann es nicht gebrauchen, dass er Zweifel in meine bereits gestressten Gedanken sät.
„Absolut“, versichere ich ihm, bevor ich meine Meinung erneut ändere.
Er nimmt den Ring aus der Vitrine und legt ihn auf seine Handfläche, damit ich ihn mir aus der Nähe ansehen kann.
Es ist ein goldener Ring mit einem Diamanten in einer silbernen Fassung obenauf, die sich zu beiden Seiten weitet, sodass er wie ein Stern aussieht.
Ich kann es nicht erwarten, sein Gesicht zu sehen, wenn ich ihm den Ring gebe. Und ihn an seinem Finger zu sehen.
„Er ist perfekt“, erkläre ich dem Verkäufer und er lächelt mich an, deutet zur Kasse, damit ich bezahlen kann.
Ich brauche zwei Wochen, um den perfekten Antrag zu planen und Beau dazu zu bringen, seinen Terminkalender frei zu machen, aber ich habe einen Tisch bei La Prestige gebucht, wie für alle anderen wichtigen Momente in meinem Leben als Erwachsener, und wir fahren mit Scarlet zum Restaurant.
„Vielen Dank“, sagte Beau, als wir vorfahren.
„Wofür zur Hölle?“, frage ich ihn.
„Dass du mich gezwungen hast, mir das Wochenende freizunehmen? Ich werde es am Montagmorgen nicht zugeben, aber ich habe das hier gebraucht“, sagt er.
Ich tätschle seinen Oberschenkel und drücke zu, drehe mich zu ihm.
„Nun, wir müssen dir einen neuen Salesmanager besorgen, damit du dich nicht aufarbeitest. Es gefällt mir nicht, dich den ganzen Tag nicht zu sehen.“
„Hey, du siehst mich.“ Er runzelt die Stirn.
„Ohne dein Headset und deinen Laptop vor dir. Ich meinte dich sehen sehen.“
Er beißt sich auf die Lippe und schenkt mir ein entschuldigendes Lächeln und wir steigen aus dem Auto aus, überlassen es dem Parkdienst.
Ich bringe ihn dazu, sich zu entspannen und unser Abendessen zu genießen. Wir essen das Übliche und als der Nachtisch serviert wird, weiß ich, dass der richtige Moment gekommen ist.
Während unser Crêpe Suzette noch brennt, schiebe ich meine Hand in die Innentasche meines Jacketts.
„Uh-oh.“ Beau legt die Hand über seinen Mund und seine Augen werden groß.
Ich nehme meine Hand von der Ringschachtel und greife über den Tisch nach ihm.
„Geht es dir gut?“
Er schüttelt wimmernd den Kopf.
„Was ist los?“
Beau antwortet nicht. Stattdessen dreht er sich zur Seite und kotzt sich die Seele aus dem Leib.
Ich fliege von meinem Stuhl und neben ihn, reibe ihm den Rücken, um ihn zu trösten, bis er sich besser fühlt.
Als er sich wieder setzt, kommt unser Kellner an unseren Tisch und Beau sieht ihn an.
„Ich glaube, mein Lachs war nicht in Ordnung.“ Beau legt einen Finger unter seine Nase und versucht, durch ihn zu atmen.
Der Kellner beeilt sich, alles aufzuwischen und als er fertig ist, ist unser gesamtes Mahl umsonst und unsere Crêpes – und die Ringschachtel – bleiben unberührt.
Heute hatte es nicht sein sollen.
***
Sechs Monate später
Sechs Monate sind vergangen und ich habe immer noch keinen Antrag gemacht. Es war nie der richtige Zeitpunkt. Nachdem Beau im Prestigekrank geworden war, musste er für ein paar Tage das Bett hüten und als es ihm besser ging, musste er im wahrsten Sinne des Wortes 24/7 arbeiten, bis er einen Salesmanager fand, der ihm die Arbeit abnahm.
Und als ich daran dachte, uns einen schönen Winterurlaub in Indonesien zu buchen, fing Elsie sich den Virus ihrer Schule ein und fühlte sich eine ganze Weile schlecht.
Als das neue Jahr begann, musste Mama Hadlee für ein paar Wochen bei uns einziehen, die sich in Monate verwandelten, während ihr Haus zuerst ausgeräuchert und dann renoviert wurde.
Vor ein paar Tagen ist sie endlich zurück in ihr Haus gezogen und auch wenn Beau und ich ihre Gesellschaft genossen haben, genießen wir es noch mehr, unsere Privatsphäre wieder zurückzuhaben.
Wir warten gerade darauf, dass Dolly und Zoe zum Haus kommen, um Elsie abzuholen, damit wir ein wohlverdientes Fick-Fest feiern können. Ohne leise sein zu müssen. Oder schnell.
„Ich habe mich geduscht und vorbereitet und dein Lieblingsparfüm überall auf mir versprüht“, sagt Beau, als er in einen Bademantel gekleidet herunterkommt. „Und das ist alles, was ich hier drunter trage.“
So wie er mich ganz leidenschaftlich ansieht, wird mein Flash Gordon hart und das Einzige, was mich davon abhält, ihm den Bademantel herunterzureißen und ihn auf der Stelle zu ficken, ist Elsie, die neben mir fernsieht.
Es klingelt und Beau rennt los, um die Tür zu öffnen.
Die Mädels kommen ganz freudig und kichernd herein und starren immer wieder uns beide an, anstatt Elsies Sachen – und Elsie zu nehmen – und gleich wieder zu gehen.
„Warum benehmt ihr euch wie unsere Tochter, wenn sie ein Geheimnis hat, von dem sie denkt, dass niemand sonst es kennt?“, frage ich die beiden.
Dolly klatscht ihre Hände zusammen und wirft sich neben mir auf das Sofa, legte ihre Hände auf meinen Brustkorb.
„Liebster Gordon“, sagt sie.
Zoe macht dasselbe auf der anderen Seite, nachdem sie Elsie gebeten hat, zu rutschen.
„Was zur Hölle wollt ihr?“
Dolly tut so, als wäre sie beleidigt und keucht. „Was lässt dich denken, dass wir etwas wollen?“
„Weil ich dich kenne. Und dich auch.“ Ich schaue zu Zoe.
„Nun, wir brauchen in der Tat etwas“, sagt Zoe und geht mit ihren Fingern von meinem Arm den ganzen Weg bis zu meinem Hals.
„Hände weg von meinem festen Freund, ihr beide“, beschwert Beau sich, aber sie hören nicht auf ihn.
Dolly dreht sich stattdessen zu Elsie und sagt: „Liebes, möchtest du Verstecken spielen?“
Elsie springt vom Sofa und läuft nach oben, um einen Platz zum Verstecken zu finden und als sie außer Hörweite ist, ziehe ich meinen gemeinen Hut auf. Sie müssen gehen. Auf der Stelle.
„Was zur Hölle wollt ihr?“, frage ich.
„Dein Sperma“, sagt Dolly.
„Und deines.“ Zoe dreht sich für einen Moment zu Beau, ehe sie sich wieder mir zuwendet.
„Was?“
Beau verschränkt seine Arme und tippt mit dem Fuß auf den Boden, wartet darauf, dass die beiden sich erklären.
„Nun, wir sind bereit, noch ein Kind zusammen zu haben, als verheiratetes Paar. Und wisst ihr … wir dachten, dass ihr vielleicht auch noch ein Kind wollt. Ich meine damit, warum sollen wir den ganzen Ärger mit einer Spermabank auf uns nehmen, wenn wir zwei sehr gesunde Spermienproduzenten direkt vor der Nase haben?“, erklärt Dolly.
„Einen Moment. Ihr entscheidet, dass ihr ein Kind haben wollt und anstatt uns zu fragen, ob wir das auch wollen, nehmt ihr an, dass dem so ist, und fangt sofort an, das Zeug einzufordern?“, will ich wissen.
„Und warum klammert sich niemand an mich? Ich dachte, ihr wollt Sperma von uns beiden“, fügt Beau hinzu.
„Babe, das ist die geringste unserer Sorgen“, erkläre ich ihm.
Zoe lacht und steht auf, um ihren Freund zu umarmen.
„Wir wissen nur, dass du leichter zu überzeugen bist. Er ist der knurrige alte Mann“, meint sie und küsst seine Wange.
„Hey“, rufen Beau und ich gleichzeitig.
Wir sehen einander an und lächeln.
„Nenn meinen Mann nicht alt“, sagt er zu ihr.
„Kommt schon, Jungs. Wäre es nicht lustig, wenn wir noch ein Kind zusammen haben? Elsie ein kleines Geschwisterchen geben, das sie herumkommandieren kann?“, fragt Dolly.
„Vielleicht“, sage ich.
„Ja!“, ruft Beau zur selben Zeit.
Und natürlich verbringen wir das Wochenende anstatt mit Ficken damit, über ein Kind zu diskutieren.
So war das überhaupt nicht geplant.
***
Drei Jahre später
Ich hatte den Ring in einem Schließfach in meiner Bank verwahren müssen, denn Gott weiß, mit all den Tests und den Besamungen und den Babysachen hätte Beau den Ring gefunden und dem Antrag die Romantik genommen.
Als Zoe beinahe ein Jahr später einen wunderschönen Jungen auf die Welt bringt, sind wir alle zu sehr mit dem Leben mit einem Baby und einer Sechsjährigen beschäftigt.
Um ehrlich zu sein, ist es solange her, dass Dolly und ich Elsie bekommen haben, dass wir vergessen haben, wie schwer die ersten paar Jahre sind. Ich weiß nicht, wie wir es damals geschafft haben, aber es braucht uns alle vier und Mama Hadlee, um die beiden großzuziehen und es nicht zu verbocken.
Unser Sohn, der die Gene von Beau und Zoe hat, hat den Namen von Beaus verstorbenem Vater, Mason.
Er ist ein kleines Monster und ein halbes dazu. Und Elsie ist natürlich eifersüchtig, weil wir so viel Zeit damit verbringen, ihn zu bewundern und uns um ihn zu kümmern, das kommt also noch dazu.
Wer, um alles in der Welt, würde zu so einer verrückten Zeit seinem festen Freund einen Antrag machen?
Nicht dieser Mann, so viel steht fest.
Erst als Mason zwei wird und Elsie endlich eine nette große Schwester geworden ist, die nicht versucht, sich Möglichkeiten auszudenken, wie sie ihren kleinen Bruder umbringen kann, entkommen wir endlich für eine Woche nach Indonesien.
Das Wetter ist schön und heiß, das Essen sicher und köstlich und Beau schafft es, sich zu entspannen und er selbst zu sein.
Natürlich hilft die Tatsache, dass wir einander an jedem möglichen Ort und zu jeder Zeit ficken.
Für mich das Beste? Am Strand zu ficken, während die Sonne unsere Körper wärmt und das Plätschern der Wellen den Rhythmus für unsere Paarung vorgibt.
Es ist unsere letzte Nacht im Hotel, als wir auf der Veranda beim Infinitypool zu Abend essen, mit Lichterketten überall um uns herum und netten Kellnern, die zu freundlich zu einem Paar hoffnungsloser Amerikaner sind, dass ich mich wieder entscheide, die Frage zu stellen.
„Du weißt, dass ich dich liebe, oder?“, frage ich ihn.
Er grinst und greift nach meiner Hand.
„Natürlich weiß ich das, Dummerchen“, antwortet er.
„Und du weißt, dass du mich so glücklich machst, wie ich es noch nie war?“
Beau verdreht die Augen.
„Liebling, ich glaube nicht, dass du überhaupt gewusst hast, was Glück ist, bevor du mich kennengelernt hast.“
Ich lache.
„Das stimmt. Irgendwie.“
Beau protestiert, aber ich erinnere ihn, dass ich Elsie hatte, bevor ich ihm begegnet bin.
„Touché. Du wusstest nicht, was Glück mit einem Mann ist, bevor du mir begegnet bist. Das ist dasselbe.“
Ich greife in die Tasche meines Hemdes, aber natürlich ist der Ring nicht da. Er wäre zu sperrig, um ihn dort zu verstecken. Ich berühre die Taschen meiner Hose, aber da ist der Ring auch nicht.
„Ja, dem kann ich zustimmen.“
Im Geiste gehe ich meinen Koffer durch und wo ich ihn versteckt haben könnte, damit ich einen der Kellner bitten kann, ihn für mich zu holen.
Und dann fällt es mir ein.
Der Ring ist immer noch im Bankschließfach.
***
Vier Jahre später
Danach habe ich es aufgegeben, einen Antrag zu machen.
Vielleicht sollte es nicht sein. Vielleicht würde Beau zu heiraten ruinieren, was wir hatten. Sicher würden die Dinge, wenn es sein sollte, nicht ständig schiefgehen.
Ich versuchte es zu tun, nachdem wir von unserer Reise zurück in Virginia waren, aber natürlich hatten wir einen Hurrikan-Alarm und mussten im Haus bleiben, bis er vorbeigezogen war.
Und nachdem der Hurrikan vorüber war, gab es am Haus eine Menge zu reparieren, darum schob ich es in den Hintergrund.
Dann kam Beaus achtundzwanzigster Geburtstag und er hatte seine Viertel-Lebens-Krise.
Und mit dieser Krise stellte er alles infrage.
Ob er alt wurde.
Was er mit seinem Leben machte.
Ob wir unsere Kinder richtig erzogen.
Oder ob zu heiraten – weil das Thema natürlich zur Sprache kam, aber ich versuchte immer, nonchalant zu klingen, damit er überrascht sein würde, wenn ich den Antrag machte – für uns war oder ob wir uns den heteronormativen Standards unterwarfen, mit denen wir aufgewachsen waren.
Das tötete alle Pläne für einen Antrag für eine Weile.
Was in Ordnung war.
Wenigstens bat er nicht darum, dass wir eine offene Beziehung führten.
Es war nicht so, dass wir im Laufe der Jahre nicht unsere Prüfungen und Probleme hatten. Ich hatte meine Unsicherheiten, weil ich so viel älter war als er, und damit, dass die Leute dachten, Beau wäre wegen des Geldes mit mir zusammen oder wenn sie annahmen, dass ich sein Vater war oder anderer Mist.
Wir hatten unsere Kämpfe.
Über unsere Kinder, unser Haus, unser Liebesleben, die Arbeit.
Das Leben ist nicht perfekt, aber wir sind perfekt miteinander. Füreinander. Und das ist alles, was zählt.
Nach einer Weile bemerkte Elsie, dass ich schon so lange einen Ring hatte – ich hatte ihn kurz nach unserer Reise nach Indonesien aus dem Schließfach geholt – und sie ermutigte mich immer wieder, ihn zu fragen, aber der richtige Zeitpunkt kam nie.
Hölle, einmal hat sie sogar ein romantisches Abendessen bei Kerzenschein für uns vorbereitet, um mich zu zwingen, es zu tun, aber Mason kam ins Zimmer gestapft und als Elsie versuchte, ihn mitzunehmen, wurde er ganz trotzig und das tötete die Stimmung.
Dann, ein anderes Mal, waren wir Wandern im Prince William National Forest Park. Sie bedeutete mir immer wieder, es zu tun, und ging auf ein Knie, aber Beau wurde von einer Wespe angefallen und damit war dieses Abenteuer beendet.
Oder als wir im Urlaub in Griechenland waren, holte sie immer wieder ihr Handy heraus und bat uns, für ein Foto zu posieren, filmte uns insgeheim, in der Hoffnung, dass ich es tun würde, aber die Einheimischen starrten die ganze Zeit und hielten mich davon ab.
Wenn Elsie nicht gewesen wäre, hätte ich vor zwei Jahren aufgegeben. Endgültig.
„Komm schon, Daddy. Ich werde an Altersschwäche sterben, bevor du es tust“, sagt sie, als Beau aufsteht, um noch mehr Popcorn für unseren Filmabend zu machen.
Mason schläft oben tief und fest und wir stellen Elsie einen unserer Lieblingsfilme vor. Zauberhafte Schwestern.
„Ich denke, ich werde vor dir sterben, Liebes“, erkläre ich ihr.
„Genau“, gibt sie zurück und schlägt mir auf den Brustkorb. Wie die Mutter, so die Tochter.
„Wir werden sehen“, bescheide ich sie.
„Dad. Ihr seid seit beinahe zehn Jahren zusammen. Du schiebst das seit acht Jahren vor dir her. Entweder traust du dich nicht oder hast Angst.“
Ich zwicke ihre Nase und sie weicht vor mir zurück.
„Du musst aufhören, bei deiner Mutter herumzuhängen“, erkläre ich ihr.
„Was du nicht sagst. Sie erzählt mir immer, dass es Zeit für ‚Verstecken‘ ist, wenn sie private Zeit mit Zoe möchte. Ich glaube nicht, dass ihr klar ist, dass ich nicht mehr vier bin. Es ist ein bisschen widerlich, wenn ich ehrlich bin, Daddy. Vielleicht bitte ich darum, emanzipiert zu werden“, sagt sie.
Ich keuche.
„Warum muss ich für die Sünden deiner Mutter bezahlen?“
„Weil du nicht in der Lage bist, die einfachsten Dinge zu tun“, gibt sie zurück.
„Du passt besser auf, was du sagst, Missy“, warne ich sie. „Außerdem ist es nicht einfach.“
„Es ist sehr einfach.“ Sie verdreht die Augen.
Das macht sie dieser Tage oft. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ein Fan davon bin.
„Was ist einfach?“ Beau kommt mit einer großen Plastikschüssel herein.
Elsie dreht sich zu ihrem Beau-Beau – ja, der Name ist geblieben – und schlägt mir ihre Haare ins Gesicht.
„Beau-Beau, wirst du Daddy endlich heiraten? Er versucht seit acht Jahren, dir einen Antrag zu machen. Und ich bin beinahe erwachsen und ihr seid immer noch nicht verheiratet.“
Ich keuche. Beau keucht. Elsie sitzt nur da und wartet auf eine Antwort.
„St-stimmt das?“ Beau dreht sich zu mir.
Ich nicke.
„Warum hast du nichts gesagt?“
„Es war nie der richtige Zeitpunkt“, erkläre ich ihm.
„In acht Jahren?“, Beau lacht.
„Nun ja, es ist immer irgendein Scheiß passiert.“
Beau hustet.
Für einen Mann, der genauso viel flucht, wie ich es tue, hasst er es doch, wenn wir es vor den Kindern machen.
„Du willst mir also sagen, dass wir schon verheiratet sein könnten?“
„Mann! Dieser Ring hat so viel Staub angesammelt, dass er schon bald eine Antiquität sein wird. Oder ist er schon eine Antiquität? Wann wird etwas Neues zu einer Antiquität?“, fragt Elsie.
„Es gibt einen Ring?“
Ich schüttle meinen Kopf in Elsies Richtung. „Ja. Es gibt einen Ring. Natürlich gibt es einen Ring. Denkst du, ich kenne dich nicht?“
Beau verschränkt seine Hände vor seinem Brustkorb und schaut finster drein.
„Warum trage ich ihn dann noch nicht?“
Meine Tochter und mein fester Freund sehen mich böse an und hören nicht auf, bis ich aus dem Zimmer renne und ihn aus den Tiefen unseres Schrankes hole.
Als ich zurückkehre, reißt Beau ihn mir aus der Hand und öffnet ihn.
„Mann, ich bin mir nicht sicher, ob ich wütend auf dich sein soll, weil du so lange gewartet hast oder dich um den Verstand küssen soll, weil er das Warten wert war.“
„Iih. Sei wütend auf ihn. Definitiv wütend“, wimmert Elsie.
„Du, Missy, hast genug getan. Geh auf dein Zimmer“, befehle ich ihr, aber wie üblich hört sie nicht auf mich. „So wollte ich es nicht machen –“
„Technisch gesehen habe ich es bereits gemacht, Daddy“, wirft Elsie ein.
„Shhh“, sagt Beau zu ihr. „Lass ihn denken, dass er es macht. Er hat es so lange aufgeschoben.“
Ich huste. „Darf ich?“
„Bitte fahre fort“, meint Beau.
„Ich habe auf den richtigen Moment gewartet. Aber jetzt wird mir klar, was ist mehr perfekt, als es hier zu tun, genau jetzt –“
„Du würdest es nicht tun, wenn ich nicht wäre, aber in Ordnung“, murmelt Elsie und Beau lacht.
„Jedenfalls, was ist nicht perfekt daran, es vor unserer Tochter zu tun, der Person, die uns erst zusammengebracht hat?“
„Oh, was meine armen Baby-Augen gesehen haben müssen. Ich hoffe, dass ich nicht fürs Leben gezeichnet bin“, wirft Elsie ein.
Ich ignoriere sie. Sie ist ein Teenager. Das muss ich.
Ich mache einen Schritt näher zu Beau und nehme seine Hände in meine.
„Beau, Liebling, Liebe meines Lebens. Wirst du mich heiraten?“
„Natürlich will ich das, mein gut aussehender Mann. Natürlich will ich das.“ Er lächelt.
Ich nehme den Ring aus der Schachtel und streife ihn über seinen Finger. Dann küsse ich ihn unter dem Protest von Elsie.
„Ich liebe dich so sehr“, sage ich zu ihm.
„Ich dich auch“, antwortet er. „Aber denk nicht, dass ich dich nicht dafür bestrafen werde, dass du so lange gewartet hast.“
„Zu viel Info, Leute. Zu viel Info“, schreit Elsie.
Beau und ich lachen und während Elsie ihre Augen verdeckt, attackieren wir sie mit Kitzeln und Küssen.
Sie genießt es nicht. Behauptet sie zumindest.
Aber sie weiß und wir wissen, dass wir ohne sie nicht zusammen wären oder die Familie hätten, die wir heute sind.
„Papa?“, sagt Mason und wir drehen uns um, sehen ihn mitten im Wohnzimmer stehen, wo er sich die Augen reibt. „Daddy? Was macht ihr da?“
Elsie steht auf und nimmt Masons winzige Hand in ihre, bringt ihn zurück nach oben.
„Sie heiraten endlich, kleiner Bruder. Das ist es, was sie tun.“
„Iih“, hören wir ihn sagen. „Was ist das?“
Ich drehe mich zu Beau und schaue ihn diese Augen. Dieselben Augen, in die ich mich vor so vielen Jahren verliebt habe.
„Ich bin so glücklich“, erkläre ich ihm.
„Ich bin auch so glücklich.“
Das sind wir.
Bis in alle Ewigkeit.