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Zur besseren Unterhaltung empfehle ich, dies nach dem Lesen von Mit Haar und Herz zu lesen.

Ein sexy Adventskalender

Bonus-Epilog von Mit Haar und Herz

Sandy 


Ich drehe eine Runde um den Block und gehe in den Laden. Es ist ein Sexshop, und es ist mehr los, als ich erwartet habe. Vermutlich ist Weihnachten einfach die Zeit des Gebens, auch in der Abteilung Spaß im Bett.

An der Kasse hat sich eine Warteschlange gebildet, in der ich wirklich nicht gern stehen möchte.

Aber gut, solange ich noch nichts gefunden habe, was ich kaufen möchte, muss ich das ja auch nicht. Erst muss ich es finden, das perfekte Geschenk für Val, und bis dahin hat sich die Schlange hoffentlich aufgelöst.

Ich gehe durch die Gänge und betrachte das Angebot. Dildos, Analplugs und jede Menge Peitschen. Aber ich will mehr als bloß ein Spielzeug. Und damit meine ich nicht, dass ich nach einem Geschenk suche, das etwas bedeutet. Davon wird er viele bekommen. Ich will etwas Witziges, etwas, was irgendwie anders ist. Und gerade, als ich das denke, entdecke ich ihn.

Den Sextoy-Adventskalender.

So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich trete auf die Schachtel zu - die letzte im Laden - und will sie in die Hand nehmen.

Nur, um zusehen zu müssen, wie sie mir praktisch unter den Fingern weggerissen wird. Wutentbrannt drehe ich mich zu dem Typen um, der neben mir steht. Ich bin kurz davor, ihm eine runterzuhauen.

"Hey! Ich hab das Ding zuerst gesehen", sage ich zu ihm. Er ist groß und blond und trägt Mütze und Sonnenbrille. Drinnen.

Ich kneife die Augen zusammen. Genauso zieht Val sich immer an, wenn er unerkannt bleiben will.

"Tja, tut mir leid, aber ich war näher dran", antwortet er.

Seine Stimme klingt vertraut, aber ich kann ihn nicht wirklich unterbringen. Nicht mit dieser Sonnenbrille auf der Nase.

"Als ob es darauf ankäme. Ich habe als Erster danach gegriffen", sage ich.

"Der gehört mir. Ich hatte ihn schon viel länger angeguckt als Sie", erwidert er und dreht mir den Rücken zu.

"He, Sie gehen jetzt nicht einfach weg. Ich suche schon ewig nach einem Geschenk. Ich will diesen Kalender." Ich zeige auf die gigantische Schachtel in seinen Händen.

"So ein Pech, dass es meiner ist." Der Mistkerl besitzt die Frechheit, mir auf die Schulter zu klopfen und mir fürs nächste Mal mehr Glück zu wünschen.

Als er weggehen will, packe ich die Schachtel und ziehe daran. Ihm gleitet eine Ecke aus der Hand, und ich nutze die Gelegenheit und greife richtig zu.

Das Ergebnis ist, dass wir dort im Gang zwischen den Regalen stehen und beide an dem Adventskalender zerren.

"Mir wäre es lieber, wenn wir hier keine Szene machen würden", sagt der Typ.

"Geht mir genauso", antworte ich. "Sie sind berühmt, oder?"

Er blickt sich hastig nach allen Seiten um, und damit kenne ich die Antwort.

"O mein Gott, wer sind Sie? Ich kenne Sie, oder?" Ich versuche, einen Blick hinter seine Brillengläser zu erhaschen.

"Nein, Sie kennen mich nicht."

"Es ist okay, wissen Sie. Ich werde niemandem davon erzählen. Ich bin übrigens Talent Manager", sage ich.

"Kein Interesse." Er zieht an der Schachtel, aber ich halte gegen.

"Ich wollte Ihnen kein Angebot machen. Ich meinte nur -" Ich weiß nicht, ob es daran liegt, wie das Licht auf ihn fällt oder wie die Mütze die Schatten auf seinen Wangen hervorhebt, aber plötzlich weiß ich es. "Sie sind Dawson Eldred", rufe ich aus.

Die Art, wie er zusammenzuckt, bestätigt meine Vermutung.

"Seien Sie leise, bitte", sagt er beschwörend, aber ich fange an zu lachen.

"Keine Sorge, Mann. Ihr Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben. O mein Gott. Ich kann nicht fassen, dass Sie hier sind. Ich bin der Freund von Val King."

Dawson senkt den Kopf, blickt mich über den Rand seiner Brillengläser hinweg an und schiebt die Mütze ein Stück zurück. "Leck mich am Arsch, das bist du wirklich", sagt er.

"Lieber nicht. Ich bin in einer Beziehung", antworte ich.

"Ich auch." Er hustet.

"Ja, ich weiß. Mit Leo Karras", sage ich. "Ich folge euch auf Instagram. Ihr zwei seid echt heiß zusammen."

Dawson ist ein Hollywoodschauspieler aus der ersten Liga, und sein Freund, na ja, der ist schon so ziemlich alles gewesen. Model, Sänger in einer Boyband, und jetzt Schauspieler. Ihre Geschichte war überall im Internet, als sie ihr erstes gemeinsames Foto online gestellt haben.

"Hör mal, was machen wir jetzt mit diesem Ding?" Er zeigt auf die Schachtel mit dem Adventskalender, und ich seufze.

Ich hasse es zu verlieren, aber ihm den Kalender wegzunehmen, kommt nicht infrage.

"Schön. Nimm du ihn. Bring ihn deinem Freund mit. Und wenn er kommt, dann sag ihm, er soll an mich denken", sage ich.

Dawson lacht. "Das werde ich ganz bestimmt nicht tun."

"Touché."

Dawson dreht sich um, um zu gehen.

"Und wenn ihr beide jemals Interesse an einem diskreten Vierer haben solltet, schick mir 'ne DM über Twitter", rufe ich ihm nach.

Er schüttelt nur den Kopf.

Egal. Wenigstens habe ich es versucht. Und nur weil Dawson mit dem besten sexy Geschenk der Welt weggelaufen ist, heißt das nicht, dass ich es nicht kopieren kann.


***

Val

Tag 1

Ich bin so geduldig gewesen. Ich habe nicht gewagt, auch nur einmal heimlich nachzusehen. Und ich habe keine Ahnung, was die Zahlen auf den Schachteln zu bedeuten haben, bis Sandy es mir erklärt.

"Okay, Baby, jede Schachtel hat eine Nummer, und jede Nummer entspricht einem Tag im Dezember. Du hast also 24 Geschenke aufzumachen", sagt er.

Ich schaue von ihm zu dem Stapel Schachteln unter dem Weihnachtsbaum und wieder zurück zu ihm. "Wirklich? Also wie bei einem Adventskalender, oder?"

"Genau wie bei einem Adventskalender. Nur ist das hier ein ganz besonderer."

Ich lache. "Was? Willst du damit sagen, dass nirgends Schokolade drin ist?"

Sandy zuckt mit den Achseln und setzt sein freches Grinsen auf, das ich so liebe, dass ich es ihm gleich vom Gesicht küsse.

"Vielleicht ist auch Schokolade drin. Ich kann das weder verneinen noch bestätigen."

"Schön. Ich werde selbst nachsehen. Kann ich die Erste gleich aufmachen?"

Sandy nickt heftig, als ob er ebenso gespannt ist zu sehen, was in der Schachtel steckt, wie ich. Wahrscheinlich ist es meine Reaktion, auf die er gespannt ist.

Ich greife nach der ersten Schachtel und reiße das Einwickelpapier herunter.

"Da ich ewig dafür gebraucht habe, alles einzupacken, könntest du vielleicht wenigstens so tun, als ob du meine Mühe zu schätzen weißt, und etwas behutsamer vorgehen beim Auspacken?"

Ich rolle mit den Augen und kümmere mich nicht um ihn. Stattdessen ziehe ich den Rest Papier von der Schachtel, mache sie auf, und zum Vorschein kommt ein …

"Ein Buttplug?", frage ich.

Er grinst wieder. 

"Soll der für mich oder für dich sein?"

Sandy setzt sich auf meinen Schoß, schlingt die Arme um meinen Hals und kuschelt sich an mich. "Da bin ich offen für ein Gespräch."

"So, du bist offen?", frage ich und gebe ihm einen Klaps auf den Hintern. Ich ziehe ihm die Pyjamahosen herunter, spucke auf meine Finger und reibe ihm damit das Loch ein. "Lass uns mal ausprobieren, ob er passt."


Tag 5

"Oh!", rufe ich aus, als ich die fünfte Schachtel öffne und eine Tube Schokolade darin finde.

Ich schraube den Deckel auf und sehe, dass es flüssige Schokolade ist. Also lese ich die Beschreibung.

"Zieh dich aus", befehle ich Sandy.

"Äh, die Antwort ist Nein", sagt er. "Das sind deine Geschenke. Wieso bin ich der Einzige, der sie ausprobiert?"

"Ich kann dir den Buttplug rausziehen, wenn du willst", sage ich und blicke an ihm herunter.

"Nicht nötig. Der sitzt gut dort, wo er sitzt", erwidert Sandy und haut sich selbst auf den Hintern.

"Warum beschwerst du dich dann?"

"Weil es bis jetzt immer ich war, der die Handschellen angelegt bekommen hat und übers Knie gelegt worden ist."

"Ich habe den Cock-Ring von gestern an", sage ich.

"Gut. Und jetzt ziehst du dich aus, damit ich dich mit Schokolade anmalen und dann alles ablecken kann", erklärt er.

"Das wird eine Sauerei."

Sandy zieht die Brauen hoch. "Das hat dich nicht gestört, als du mir gesagt hast, dass ich mich ausziehen soll."

Ich zucke mit den Schultern. "Darauf habe ich gerade keine Antwort."

Sandy schnappt mir die Tube weg und schiebt die Unterlippe vor. "Ich brauche keine Antwort von dir. Zieh dich aus!", befiehlt er.

Ich liebe es, wenn er den Boss heraushängen lässt. Ich brauche nicht mal einen Cock-Ring, wenn er in der Stimmung ist, mich herumzukommandieren.

"Na schön", sage ich gespielt ärgerlich. "Aber du solltest wissen, dass das hier schon an Missbrauch grenzt."

"Heul nicht rum, King. Ich werde Schokolade von dir runterschlecken, ob du es magst oder nicht."

"Mögen?", sage ich, während ich mein Hemd schon halb abgestreift habe. "Ich werde es lieben, du Dummi."

Ich beuge mich vor und presse meine Lippen auf seine. "Ich liebe dich."

Sandys Antwort ist ein sehnsüchtiges Seufzen, und mein Schwanz pulsiert vor Begierde.

Wenn es schon an Tag fünf so tolle Geschenke gibt, dann weiß ich nicht, was zur Hölle am Weihnachtsabend auf mich wartet.

Ich platze fast vor Neugierde.



Tag 14

"Willst du mir damit was Bestimmtes sagen?", frage ich Sandy, und er lacht.

"Äh … nein", antwortet er, aber er kann nicht aufhören zu lachen.

"Was soll ich denn sonst denken, wenn mein Freund mir einen Masturbator kauft?", frage ich. "Hast du keine Lust mehr, mir einen zu blasen?"

"Quatsch."

"Also, was ist los?"

Sandy krabbelt auf meinen Schoß, und ich schlinge die Arme um ihn. Er nimmt die Schachtel in die Hand und zeigt mir die Aufschrift.

"Das ist nicht einfach irgendein Masturbator, Babe", sagt er. "Das ist ein Unterdruck-Masturbator. Er soll sich ganz anders anfühlen. Idiot. Es macht garantiert Spaß, den mal auszuprobieren."

"Unterdruck, aha."

Er nickt. 

"Okay. Verdammt, warum nicht?"



Tag 21

"Wenn wir fertig sind, werden wir ein Extrazimmer brauchen, um all diese Sextoys unterzubringen", sage ich zu Sandy, der gerade mit zwei Tassen in den Händen ins Zimmer kommt. Er lacht und reicht mir eine Tasse heißen Kakao - natürlich mit Sahnehäubchen und Marshmallows obendrauf - und setzt sich auf die Kissen, die vor dem Kamin auf dem Boden liegen.

Die Weihnachtszeit hat dies Jahr so viel Spaß gemacht. Nicht nur wegen der Geschenke, sondern weil ich alles mit ihm gemeinsam erleben darf.

Das kuschelige Gefühl, neben demjenigen zu sitzen, den man liebt, und ins Feuer zu schauen. Mit eiskalten Füßen aufzuwachen und sie an seinem Partner warmzureiben. Was den überhaupt nicht freut. 

Gemeinsam den Weihnachtsbaum zu schmücken und dabei über die Dekoration und das Farbschema zu streiten. Anscheinend habe ich keine Ahnung von Farben. Sagt der Typ, der farbenblind ist.

Und natürlich das Vergnügen und der lustvolle Schmerz beim Sex mit ihm. Es ist die schönste Weihnachtszeit, die ich je erlebt habe. Und ich möchte, dass sie niemals endet.

Sandy reicht mir die Schachtel mit der Nummer 21, und ich packe sie aus.

"Ah, noch ein Spielzeug für dich", sage ich, doch Sandy lacht.

"Tut mir leid, King. Mein Loch ist besetzt. Du wirst dir diese Perlen in deinen eigenen Arsch schieben müssen", sagt er.

Ich trinke einen Schluck heißen Kakao, und die Hitze scheint sich in meinem ganzen Körper zu verbreiten.

"Okay. Wenn's sein muss", grinse ich.

"Oh ja, es muss sein. Definitiv."



Tag 24

Die letzte Schachtel ist winzig. Ich habe keine Ahnung, was für ein Sexspielzeug darin sein könnte, aber ich bin sehr gespannt.

Sandy verbringt den ganzen Tag mit Magda in der Küche. Die beiden kochen unser Weihnachtsdinner, und das ganze Haus duftet himmlisch.

Nicht, dass ich überrascht wäre. Sandy ist ein großartiger Koch. Er kann alles kochen und es so lecker machen, dass man sofort süchtig danach wird.

Ich bin allerdings überrascht, als Magda und Jorge zum Essen dableiben. Nicht, weil ich sie nicht dabeihaben möchte, sondern weil ich angenommen habe, sie würden lieber nach Hause zu ihren Familien gehen.

"Es schmeckt wunderbar. Danke, Magda", sage ich, nachdem ich einen Bissen vom Truthahn probiert habe.

"Du musst dich nicht bei mir bedanken, Chulo. Das ist alles Sandys Werk", antwortet sie.

"Stimmt nicht. Du hast auch sehr viel gemacht", sagt er.

Magda schnaubt, während sie kaut, und winkt ab.

"Wie gefällt dir Weihnachten bisher, Val?", fragt Jorge, und sein warmer, freundlicher Blick bringt mich zum Lächeln.

Mal überlegen.

Ich bin frei.

Ich kann tun und lassen, was ich will.

Ich habe einen tollen Mann an meiner Seite.

Und echte Freunde. Meine ganz eigene Familie.

"Ziemlich gut", sage ich.

Sandy legt sein Besteck beiseite, geht zum Weihnachtsbaum und holt die kleine Schachtel darunter hervor. Als er sich wieder hingesetzt hat, reicht er sie mir herüber.

"Äh … nein", sage ich und schaue zu Magda und Jorge.

"Was meinst du damit, nein?", lacht Jorge.

Ich starre Sandy an und hoffe, dass er durch Gedankenübertragung versteht, was ich sagen will.

"Mach's auf", sagt er grinsend.

"Hat das nicht noch Zeit?", frage ich.

"Ich finde nein."

"Es ist ein bisschen unpassend, meinst du nicht?"

"Was ist unpassend an einem Weihnachtsgeschenk?", fragt Magda.

Ich gucke wieder zu Sandy. "Alles von ihm ist unpassend."

"Val, Schatz? Mach die verdammte Schachtel auf", sagt er.

Drei Augenpaare starren mich an. Mit Gruppenzwang konnte ich noch nie gut umgehen.

Also tue ich es. Ich öffne die Schachtel.

Und darin liegt das beste Geschenk der Welt. 

Ein Ring.

"Mr Thorne, soll das ein Heiratsantrag sein?"

Sandy zuckt mit den Schultern.

"Weißt du es nicht, oder ist es dir egal?"

Alle lachen.

"Was denkst du denn, du Blödmann?", fragt Sandy.

Ich blicke von ihm zu dem Ring und wieder zurück zu ihm. Wir sind seit zwei Jahren zusammen. Aus Lust ist Liebe geworden und aus Leidenschaft grenzenlose Hingabe. Und wir schlafen so oft miteinander, dass es sein könnte, dass uns irgendwann die Schwänze abfallen.

"Ja", sage ich.

"Was, ja?", fragt er. "Ja ist keine Antwort auf meine Frage."

Ich verdrehe die Augen. "Ich glaube, dass du mich gerade fragst, ob ich dich heiraten will", sage ich und betone jedes einzelne Wort. "Und wenn das wahr ist, dann lautet meine Antwort Ja."

Sandy atmet aus. "Na endlich", sagt er. Er steht auf, küsst mich, und dann steckt er mir den Ring an den Finger. "Übrigens ist das hier ein Ersatzgeschenk. Das echte Adventskalendergeschenk kriegst du erst, wenn wir allein sind", flüstert er mir ins Ohr.

"Klar."

Ja, es war klar, dass er das machen würde. Denn er ist ebenso sexbesessen, wie er romantisch ist, und dafür liebe ich ihn nur umso mehr.

"Frohe Weihnachten, Baby", flüstere ich ihm zu.

Er lächelt. "Frohe Weihnachten, King."


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