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Zur besseren Unterhaltung empfehle ich, dies nach dem Lesen von Verdrängte Liebe in Cedarwood Beach zu lesen.

Nathan und Hudson

Bonus-Epilog von Verdrängte Liebe in Cedarwood Beach

Nathan


„Du siehst gut aus“, sagte ich zum bestimmt hundertsten Mal, als ich Hudsons Spiegelbild betrachtete.

„Gut? Ich wollte heiß aussehen.“ Hudson sah mich mit hochgezogener Augenbraue herausfordernd an.

„Nun, ich würde sagen, du bist auf einem guten Weg, heiß auszusehen“, erwiderte ich grinsend.

„Du kannst mich mal … Baby.“

Wir hatten uns beide in Schale geschmissen. Er trug einen weißen Smoking, der seinen großen, muskulösen Körper perfekt betonte. Ich hatte mich für einen Anzug in meiner Lieblingsfarbe Saphirblau entschieden.

Ich drehte dem Spiegel den Rücken zu und sah dem Mann ins Gesicht, der seit drei Jahren mein Ein und Alles war.

„Du siehst hinreißend aus, Baby“, versicherte ich ihm, legte ihm die Hände auf die Brust und reckte den Kopf, um ihm einen Kuss auf die Lippen zu drücken.

„Nee, das kaufe ich dir nicht ab“, brummte er und schob meine Hände weg. Entrüstet schaute ich ihn an. Er grinste breit und zog mich wieder in seine Arme.

„Du bist so ein Trottel, Hudson.“

„Das sagst du ständig und doch bist du immer noch mit mir zusammen. Also denke ich, dass du mich magst, auch wenn ich ein Trottel bin.“

„Na ja …“ Ich schaute mich um. Unser Schlafzimmer war ein einziges Durcheinander aus Kleidung, Hundehaaren, Hundespielzeug und Blumen. Aufgeräumt war anders, aber es war eine ereignisreiche Woche gewesen. „Alles in allem kannst du wohl davon ausgehen, dass ich das tue.“

„Oh mein Gott, Stiefsohn. Kannst du dir das Geflirte nicht für später aufheben?“, fragte Kyle von der Tür aus.

„Was willst du, Stiefvater?“

Kyle machte einen Knicks und blieb einige Schritte vor Hudson und mir stehen.

„Tut mir leid, dass ich Eure Königlichen Hoheiten unterbreche, aber alle warten, dass ihr eure Ärsche in Bewegung setzt.“

„Redet man in diesem Ton mit seinem König, mein Diener? Dafür hast du die Guillotine verdient.“

Kyle zeigte mir den Mittelfinger.

„Scherz beiseite, seid ihr endlich fertig? Draußen wird es langsam verdammt heiß und eure Gäste schwitzen nicht gerne.“

Ich verdrehte die Augen und nickte.

Kyle verließ das Schlafzimmer, schloss die Tür hinter sich und wir waren wieder allein.

Wir hatten das alte Farmhaus abgerissen und ein neues Haus an der gleichen Stelle gebaut. Alle Räume rochen noch nach frischer Farbe, und alle Oberflächen waren blitzsauber. Wir hatten zwar einige Zeit gebraucht, um genug Geld aufzutreiben, aber jeder Cent, den wir reingesteckt hatten, war es wert gewesen.

Hudsons Tantiemen sowie unsere Ersparnisse hatten uns sehr geholfen, das alles zu realisieren.

Als Jack vor zweieinhalb Jahren an Krebs starb – einen Monat nachdem er die Diagnose erhalten hatte –, dachte ich zunächst, dass Hudson die Farm nie wieder betreten wollte. Dass seine Erinnerungen an den Ort durch das, was er hier erlebt hatte, es ihm unmöglich machten, hierher zurückzukommen, um hier zu leben.

Doch dem war nicht so.

Wäre Jack nicht gestorben, hätte Hudson versucht, sie ihm irgendwann abzukaufen und sie zu unserem Zuhause zu machen.

Die Farm war sein Geschenk an mich. Hudson hatte kein Interesse daran, Farmer zu sein, es sei denn, er ging mit mir Obst pflücken. Außerdem war er mit Bücher-Schreiben beschäftigt.

Doch die Farm war ideal, um meine Brauerei zu gründen. Es gab Gerstenfelder, und ich hatte einige meiner Hopfen-Lieblingssorten gepflanzt, damit ich die Biere herstellen konnte, die ich wollte.

Um den Rest der Farm kümmerten sich meine Mitarbeiter, die Cedarwood Beach und die umliegenden Gebiete mit frischem Obst und Gemüse versorgten.

Die meiste Zeit nahm jedoch der Bau des Hauses in Anspruch. Es abzureißen, war eine Sache. Aber den richtigen Architekten zu finden, der nach unseren Vorstellungen ein neues gestaltete, war alles anders als einfach.

Mittlerweile lebten wir seit fünf Monaten auf der Farm und schufen jeden Tag neue Erinnerungen, um die alten auszulöschen und etwas Gutes und Schönes auf den Ruinen von Jack Bells Erbe aufzubauen. Hudson und ich schufen unsere eigenen Erinnerungen … unser eigenes Erbe.

„Was sagst du? Bist du bereit, nach draußen zu gehen und mich zu heiraten?“, fragte ich Hudson.

Er nahm meine Hände in seine.

„Ich bin schon sehr lange dazu bereit, Baby.“

Er drückte mich fest an sich und gab mir einen tiefen Kuss – mit Zunge.

„Lass uns gehen, bevor wir zu geil sind, um in die Öffentlichkeit zu gehen.“

Ich ergriff seine Hand und wollte ihn zur Tür ziehen, aber er zog an meiner Hand und ich landete wieder in seinen Armen.

„Sie warten schon seit einiger Zeit. Sie können noch ein bisschen länger warten“, flüsterte er und knabberte an meinem Hals, was meinen Schwanz anschwellen ließ.

Auch nach drei gemeinsamen Jahren hatte Hudson immer noch dieselbe Wirkung auf mich. Ich wollte ihn immer noch genauso sehr, wie er mich immer wollte. Wir waren verrückt nacheinander, was uns in einige ziemlich brenzlige Situationen gebracht hatte.

„Komm schon. Lass uns gehen“, sagte ich und löste mich entschlossen aus seiner Umarmung.

Die Hochzeit hatte heute Vorrang. Der Sex konnte warten.

„Na schön. Aber du wirst später dafür büßen, dass ich mich nicht ein bisschen mit dir vergnügen durfte“, sagte er und folgte mir.

Wir stiegen eine breite Treppe hinunter, die in das neue Dachgeschoss führte, und liefen durch den ersten Stock, vorbei an den Gästezimmern und Hudsons Büro – mit Blick auf die Felder – hinunter ins Erdgeschoss. Dieses Haus hatte wirklich einige ernsthafte Verbesserungen erfahren. Die größte von allen war die Menge an Liebe, die hineingeflossen war.

War es vorher trist und in die Jahre gekommen, war es nun lebendig und gemütlich. Wir hatten es zu einem Zuhause gemacht.

Hudson ging auf die offen stehende Haustür zu, aber mein Blick blieb an dem Laptop hängen, der auf dem Esstisch stand.

Ich ging zu ihm und öffnete ihn schnell.

„Oh, Mist. Ich habe vergessen, das Sweet Peaches Pale Ale und das Peanut Stout-Heart an The Beer Residency zu schicken. Sie brauchen unbedingt Nachschub.“

Hudson stellte sich neben mich, klappte den Laptop zu und legte seine Hand an meine Wange.

„Da Rohan zu den Gästen gehört, die draußen darauf warten, dass wir unsere Ärsche in Bewegung setzten und endlich auf der Bildfläche erscheinen, wird es wohl nicht so schlimm sein.“

„Wo du recht hast, hast du recht.“ Als ich mich auf dem Absatz umdrehte, fiel mein Blick auf das Bücherregal mit den gedruckten Exemplaren von Hudsons schwulen Liebesromanen. „Hast du deinen neuen Roman schon eingereicht? War morgen nicht der Abgabetermin?“

Hudson hob eine Augenbraue und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Und da es erst morgen fällig ist, werde ich es rechtzeitig morgen abschicken. Versuchst du, Ausreden zu erfinden, um mich nicht zu heiraten?“

Ich verdrehte die Augen.

„Niemals.“

„Dann komm“, sagte er und ging zur Haustür.

„Sieh an, sieh an, sieh an. Da hat es aber jemand plötzlich sehr eilig, der vor zwei Sekunden noch zu geil war, um mich zu heiraten“, neckte ich ihn.

„Oh, Baby, glaub mir, ich bin immer noch geil. Aber ich weiß, wo meine Prioritäten liegen. Erst wird geheiratet, dann gevögelt.“

„Ich liebe es, wie du deine Prioritäten setzt.“

Bevor wir ins Freie traten, verschränkten wir unsere Hände und ging Hand in Hand zu unseren Gästen.

Kyle hatte wirklich gute Arbeit geleistet.

Es gab Stuhlreihen für all unsere Gäste, einen wunderschönen, mit Blumen geschmückten Pavillon, der vor der Sonne Schutz bot, und einen blaugrünen Teppich, der den Gang nach vorne säumte, wo unsere Trauzeugen zu beiden Seiten von Tante Mel warteten, die die Trauung vornahm.

Auf der rechten Seite des Pavillons befanden sich die Bar und die Tanzfläche.

Alle Familienmitglieder und Freunde waren gekommen. Yaya. Großvater mit seiner Verlobten. Dad und Kyle mit dem kleinen Bo. Maya und ihr Freund. Summer mit ihrer Freundin. Onkel Leo, Dawson und die kleine Iris. Charlie und sein Mann. Luke und sein Prinz. Mels Partnerin mit ihrem Neugeborenen. Julian und Trish mit Ella. Dann waren da Rohan, Nicky, Henry und viele andere.

Es fühlte sich an, als würde ganz Cedarwood an unserer Hochzeit teilnehmen. Die Stadt hatte sich ins Positive verwandelt. Es gab sogar eine Schwulenbar, für die Rohan und seine Partner verantwortlich waren.

Und jeden Tag kamen neue gute und schöne Erinnerungen dazu.

Hätte mir jemand erzählt, als ich meine Mr-Right-Liste erstellte, dass ausgerechnet Hudson, die Liebe meines Lebens, alle Kriterien erfüllen würde, hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Und doch war es so.

Mit gemächlichem Schritt gingen wir auf Henry, Kyle und Mel zu.

Alle drei lächelten uns an.

Henry, der seinen Märchenprinzen immer noch nicht gefunden hatte, war Hudsons bester Freund und Assistent geworden.

„Hey, ihr zwei“, flüsterte Mel, als wir vor ihr standen. „Seid ihr bereit, Mann und Mann zu werden?“

Hudson und ich sahen uns tief in die Augen.

„Ich bin so was von bereit“, sagte Hudson.

„Ja, klar, lass uns die Sache endlich hinter uns bringen“, erklärte ich achselzuckend, wofür ich von Hudson einen spielerischen Klaps auf den Hinterkopf bekam.

Unsere Gäste lachten.

Es war Zeit, ein neues Kapitel in unserem Leben aufzuschlagen.

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